ERLEBNISSE
![]()
Genau wie jede Mutter bewachte unsere erste Hündin ihre Welpen mit Adlersaugen und natürlich durfte unser Joop (der Vater der Welpen) nicht zu nahe an sie heran, sondern durfte sie nur von weitem betrachten. Die Welpen waren mittlerweile ca. eine Woche alt, als unsere Hündin ein Bedürfnis drückte, so das sie schnell mit einem letzten Blick auf ihre Jungen ihr Nest verließ. Joop der ja nicht wusste wie lange sie weg war, traute sich jedoch nicht näher heran, obwohl man ihm ansah, das er es gerne getan hätte. Doch plötzlich war ein wimmern zu hören - und sofort eilte er zu seinen Jungen und schaute ins Nest. Dann nahm er mit seiner Schnauze ein Stück des Tuches und deckte sie zu und das wimmern hörte auf. Bevor unsere Hündin zurück war, war Joop wieder auf seinem angestammten Beobachtungsposten zurück. Ich finde es erstaunlich wie schnell er begriff, was den Welpen fehlte und mit welcher liebe und Zärtlichkeit er sich um sie kümmerte.
![]()
Unsere Ambra hatte sich mit ca. 2 Jahren zur Alphahündin gemausert und brachte allen Welpen und neu dazukommenden Hunden bei, was bei uns erlaubt war und was nicht. Auch hatten wir bald raus, das sie immer wenn wir mit einem Hund schimpften, sie ihn auch zur Rechenschaft zog und ihm klarmachte das es so nicht ging. Deshalb war ich sehr überrascht, als ich wieder mal mit einem Hund schimpfte, das sich Ambra vor diesen Hund stellte und mich ankläffte. Ganz verdutzt schaute ich sie an und dabei sah ich aus den Augenwinkel, wie ein anderer Chi genau das anstellte weswegen ich den Hund ausgeschimpft hatte. Nun wusste ich was mir Ambra klar machen wollte, ich hatte den falschen beschimpft (er war dafür bekannt) und sie wollte mir klar machen, das ich nicht recht damit hatte. Ich hörte seitdem immer auf sie.
![]()
Wie der Hund auf den vielleicht zukünftigen
Besitzer reagiert, ist für uns einer der wichtigsten Aspekte bei der
Entscheidung, welcher Mensch welchen Hund von uns bekommt. Wie wichtig dies ist, erzählt diese
Geschichte.
Wir hatten noch einen Rüden abzugeben, als sich ein Kunde bei uns anmeldete.
Als der Kunde kam, gab ich nach einiger Zeit dem Kunde den Welpen, damit sie
sich kennen lernten. Die nächste halbe Stunde hielt dieser den Welpen fest
während wir uns unterhielten, doch kaum losgelassen, flitzte der Welpe zu mir
und legte seine Pfote auf mein Bein und schaute mich mit großen feuchten Augen
an, die sagten - BEI DEM WILL ICH NICHT! Natürlich war klar das der Hund bei
uns blieb. Eine Woche später erschien eine Frau mit Kind um sich den Welpen
anzuschauen. Sobald ich ihn ins Zimmer ließ, lief er zur Kundin kuschelte sich
an sie und war nicht mehr von Ihr wegzukriegen - ratet mal wo er heute lebt.
![]()
Unser Joop war ein richtiger Haudegen, denn sobald er nur einen großen Hund sah, versuchte er mit allen mitteln ihm an die Kehle zu springen. Man kann also sagen dieser Chi hatte keine Angst, aber da gab es die berühmte Ausnahme - der Tierarzt. Sobald wir in der Praxis von unserem Tierarzt waren, war unser Joop das reinste Nervenbündel und zitterte am ganzen Leib. Trotz aller Angst hat er beim Tierarzt nie ein Spiel gemacht. Eines Tages hatte ein Hund von uns Durchfall und unser Tierarzt meinte am Telefon er würde uns die Tabletten vorbei bringen, da er gegen Abend ohnehin in unserer Nähe zu tun hätte. Gegen Abend schellte also unsere Türklingel und Joop wie immer lief direkt mit um unseren Besucher zu begrüßen (so wie er es immer tat). Als ich jedoch die Tür öffnete und Joop den Geruch des Tierarztes in die Nase bekam, wurde er regelrecht hysterisch. Wir konnten ihn nicht beruhigen sondern er kläffte so bedrohlich, das ich mir sicher bin, hätte er die Chance gehabt, hätte er den Tierarzt gebissen. Unser Joop dachte sich wohl - In deiner Praxis hast du das Sagen und ich bin ganz lieb, aber hier ist mein Revier und da hast du nichts zu suchen, also raus.
![]()
Im Jahr 1999 bekamen wir eine neue Zuchthündin, die da sie sehr anhänglich war, überglücklich war, das sie den ganzen Tag bei meiner Frau sein durfte. Da sie beim erstenmal nicht aufgenommen hatte, waren wir sehr froh als sich dann herausstellte, des es beim zweitenmal geklappt hatte. Bald wussten wir auch, das es ein 3er Wurf wird und fieberten der Geburt zu. Und dann kam der Tag, doch nach einiger Zeit war uns klar, das etwas nicht stimmen konnte also fuhren wir zum Tierarzt. Nachdem dieser ein Röntgenbild von unserer Hündin gemacht hatte, war klar, das sich zwei Welpen verkeilt hatten (beide wollten wohl zur gleichen Zeit raus) und nur noch ein Kaiserschnitt helfen konnte. Natürlich blieben wir bei der OP dabei und kümmerten uns um die Welpen bis sie richtige munter waren. Die stolze Mutter war am nächsten Tag schon wieder putzmunter und kümmerte sich rührend um ihre Welpen. Als die Welpen ca. 8 Wochen alt waren, fing die Hündin plötzlich an zu husten. Es stellte sich heraus, das sie einen Herzklappenfehler hatte. Leider wurde es immer schlimmer und eine Woche nach der Diagnose starb sie in den Armen von meiner Frau. Ich finde es erstaunlich, das sie sich erst erlaubte, krank zu werden, als die Welpen in einem Alter waren, in dem sie ohne Mutter überleben konnten. Unser Arzt konnte nicht verstehen wie ein Hund der 2 Wochen vorher noch kerngesund gewesen war, so plötzlich und unerwartet an einem Herzklappenfehler sterben konnte. Daher erkundigte er sich bei mehreren anderen Tierärzten und fand heraus, dass es durchaus vorkommt, dass ältere Hündinnen (älter als fünf Jahre) nach einem Kaiserschnitt unter diesen Umständen sterben. Leider gibt es keine Erklärung dafür.
![]()
Bei unserem ersten Wurf hatten wir natürlich keine Ahnung, besonders nicht, wie man am besten einen Kaufvertrag für Welpen gestaltet um wenigstens einigermaßen eine Sicherheit zu haben, dass der Welpe in gute Hände geht. Darum waren unsere Kaufverträge ziemlich unverbindlich gehalten. Wie es nun das Unglück wollte, hatten wir einen Rüden an eine Familie abgeben, die den Hund einfach nicht sauber bekamen (obwohl er stubenrein unser Heim verließ). Wer boten daher an den Hund zu uns zu nehmen, um zu sehen wie wir damit fertig wurden. Nach 3 Tagen wusste der Rüde, wo er sein Bein heben durfte und wo nicht und nach ca. 2 Wochen nahm die Familie den Hund wieder um es noch einmal zu probieren. Natürlich informierten wir uns nach einer Woche wie es denn jetzt wäre und sie meinten es wäre jetzt besser und sie wollten ihn behalten. Nach einem Monat erkundigten wir uns erneut nach ihm und was mussten wir da hören, sie hatten ihn an die Schwester weiterverschenkt ohne uns zu informieren. Am Anfang dachten wir noch o.K. dann geben sie uns doch die Adresse und Telefonnr. doch es kamen immer nur Ausreden, warum sie die jetzt nicht hatten. Leider wissen wir bis heute nicht was aus unserem Welpen geworden ist und wo er lebt. Da wir nach dem Umzug unserer Kunden die neue Adresse nicht erfahren haben, ist es uns auch nicht möglich, etwas in Erfahrung zu bringen, wir hoffen es geht ihm gut. Danach haben wir unseren Kaufvertrag sehr verbindlich gestaltet und setzen ihn nach entsprechender Rückmeldung durch eine Juristin auch ein. Somit haben wir wenigstens ein wenig Sicherheit, dass unsere Welpen nicht ohne unser Einverständnis weitergegeben werden dürfen.
![]()
Es war mal wieder soweit, ein neuer Wurf stand an. Die Geburt lief problemlos, bis zum dritten Welpen, da bekamen wir einen Schreck. Er war so klein und die Waage zeigte gerade mal 58g (noch feucht, seine Geschwister lagen zwischen 90g und 120g) an. Da die Hündin nach ihm eine Pause machte, hatten wir Ruhe, um uns dein kleinen Wurm genau anzuschauen und es wurde uns bald klar, mit ein wenig Hilfe schafft er es, denn er war kein sogenannter Mickerling (liegen nur apathisch rum), den er hob den Kopf und suchte die Zitze. Es war natürlich klar, das er mit der Flasche gefüttert werden musste, da er nicht genug Kraft hatte die Milch aus der Zitze zusaugen und sich gegen seine Geschwister zu behaupten. Nach ca. einer Woche klappte es auch mit den Zitzen, trotzdem bekam er weiter die Flasche, da ihm seine Geschwister alles wegtranken. Die nächsten Wochen hinkte er seinen Geschwistern mit dem Gewicht extrem hinterher, entwickelte sich aber genauso gut wie sie. Nach Rücksprache mit Züchterkollegen und die Erfahrungen die wir bis jetzt gesammelt hatten, schätzten wir sein Endgewicht das er mal erreichen würde auf ca. 2 kg. Doch er belehrte uns eines besseren, den er wiegt heute satte 3,7 kg ohne das er wirklich groß oder fett ist, nur ist er sehr kräftig gebaut (von seiner Größe würde man auf ca.2,5 kg schätzen). So kann man sich irren, denn unser kleiner ist jetzt ganz groß.
![]()
Jeder der schon mal eine Geburt miterlebt hat, weiß wie spannend so was ist. Die Fragen die man sich stellt (davon ausgehend, dass alles gut läuft) sind, wie viele sind es (wir liegen zwar meist sehr gut aber man weiß ja nie), was wird es sein (Hündin oder Rüde) und welche Farben werden sie haben (da bei Chi's alle Farben erlaubt sind). Mit diesen Fragen begann die Geburt. Nachdem alles ohne Schwierigkeiten geklappt hatte, saßen wir da mit unserem Überraschungspaket. Es war ein sechser Wurf (3 Rüden und 3 Hündinnen) und alle außer einem Rüden hatten die gleiche Farbe. Jetzt saßen wir vor einem kleinem Problem. Wie unterscheiden wir die Welpen in den ersten Tagen. Also suchten wir nach Unterschieden. Bei den Rüden war das kein Problem einer war fast schwarz wir nannten die Farbe dunkelantrazit, und die anderen zwei hatten extrem unterschiedliche Geburtsgewichte. Bei den Hündinnen lag der Fall anders. Das Geburtsgewicht war annähernd gleich konnte uns also nicht helfen, also begann die Suche. Wir unterschieden sie dann an ihren kleinen Pfötchen. Denn die eine hatte auf der rechten Seite nur die Finger weiß, die andere hatte an allen kleine Stiefelchen und die letzte hatte links nur die Finger. Nach ca. 1 Woche war es auch so kein Problem mehr sie zu unterscheiden und mit den Wochen veränderte sich die Farben und es kam der Tag, an dem die Zuchtabnahme erfolgte. Jetzt musste die Farbe der einzelnen Welpen festgelegt werden. Die Fünf, die bei der Geburt die gleiche Farbe hatten, war jetzt entweder goldfarben oder wildfarben. Der Rüde der dunkel antrazit war, hatte sich kaum verändert, nur sein Kopf war stellenweise etwas rötlich. Und dann kam die Zeit wo uns unsere kleinen Lieblingen verließen, jedoch mit der Auflage, das wir sie auch besuchen dürfen können. Als wir die Welpen so nach und nach besuchten, waren wir sehr gespannt, wie sie sich so weiterentwickelt hatte und ob sich die Farbe noch geändert hatte (nach dem Fellwechsel wird die Farbe meistens entweder heller oder dunkler), es erwarteten uns keine großen Überraschungen bis wir zum Rüden kamen der dunkel antrazit gewesen war. Als wir ihn sahen, meinten wir das könnte nicht war sein, denn er war nach dem Fellwechsel ganz rotbraun geworden. So einen extremen Farbwechsel hatten wir bis jetzt noch nie gesehen. Wer züchtet lernt nie aus.
![]()
Wir hatten wieder einen Wurf, und da es mal wieder sechs Welpen waren, war
klar, das wir der Mutter helfen mussten und mit der Flasche dazufütterten. Doch
trotz aller Bemühungen bekam die Hündin Eklampsie (Calciumentzug), so das wir
uns gezwungen sahen (nach Absprache mit dem Tierarzt), der Hündin drei Welpen
wegzunehmen und mit der Hand aufzuziehen. Doch ein kleines Wunder geschah, das
schon einen Tag vor der Eklampsie anfing.
Als abends alle Hunde bei uns waren, sahen wir, wie Chanel langsam
zum Körbchen mit den Welpen und der Hündin ging. Wir gingen davon aus, das die
Hündin gleich Theater machen würde, doch sie blieb ruhig. Es kam kein
laut über ihre Lippen und Chanel setzte sich auf die andere Seite des Körbchen
und schielte immer wieder zu den Welpen hinüber. Am nächsten Tag folgte die
Eklampsie und wir dachten, da Chanel schon gestern so an den Welpen
interessiert war, ob sie die drei Welpen, die wir der Mutter wegnehmen mussten,
vielleicht annimmt, damit sie wenigstens Hundenähe haben. Und siehe da, nicht nur, dass sie die Welpen sofort annahm, nein sie hatte sogar Milch!
Und so zog Chanel die drei Welpen ihrer Tochter auf.
Man kann den Verdacht kriegen, als ob die beiden Hunde wussten das die Hündin Eklampsie bekommen würde, und Chanel ihr gesagt hätte: "Kein Problem, ich helfe Dir!".
![]()
Ich war auf den Weg ins Feld mit der ganzen Meute, als wir an einem Garten vorbei gingen und plötzlich ein Schäferhund aus dem kaputten Maschendrahtzaun hervorsprang. Bevor ich reagieren konnte hatte er schon einer meiner Chis im Maul. Es war das reinste Chaos, alle Chis bellten und wuselten durcheinander, so das einige Zeit verging, bis ich endlich an den Hund herankam und ihn mit Gebrüll und Fußtritten davon gejagt hatte. Als ich unseren Hund aufnehmen wollte, um ihn zu untersuchen, biss sie nach mir. Sie hatte solche Panik, das sie nicht mehr wusste was sie tat. Also schnappte ich sie mir trotz beißen und hielt sie ganz fest an mich gedrückt, als ich so schnell wie möglich nach Hause eilte. Dort ließ ich die anderen Chis bei meiner Frau und fuhr mit ihr zum Tierarzt. Der Tierarzt stellte zum Glück keine Verletzungen fest, sie hatte einen Schock, den er mit Medikamenten behandelte. Denn ein Schock kann ausreichen, dass das Herzchen unserer geliebten Chis zu schlagen aufhört, deshalb IMMER zum Tierarzt fahren, wenn die Gefahr besteht, das ein Chihuahua einen Schock hat.
Stand: 30. August 2007
Alle Rechte vorbehalten. Kopie und Veröffentlichung nur mit Zustimmung des
Webmasters.